körperbasierte Traumalösung

Trauma bedeutet im eigentlichen Wortsinn soviel wie Wunde, Verletzung. Trauma ist eine‚Erlebnisintegrationsstörung’.

Ein Ereignis also, das den Menschen physisch und psychisch so überfordert, dass es mit den normalen Bewältigungs-strategien nicht verarbeitet werden kann. Etwas ist zu viel und passiert zu schnell: Geburt, Kaiserschnitt, frühe Trennung von der Mutter, unsichere Elternbeziehung, depressiver Elternteil, Gewalt, usw.

Traumasymptome (korrekter: posttraumatische Belastungsstörung=PTBS) entstehen nicht nur durch das traumatische Erlebnis selbst, sondern die Erstarrung oder Übererregung, die nach dem Abklingen des traumatischen Erlebnisses nicht aufgelöst worden ist. Das Nervensystem bleibt in diesem Zustand und dadurch in dauernder Alarmbereitschaft. Das Trauma wird im Körper festgehalten und gibt das Gefühl von Getrenntsein, Entfremdung und der Unfähigkeit, auf adäquate, nährende und befriedigende Weise mit sich und der Umwelt in Beziehung zu treten.

Viele in der Kindheit traumatisierte Menschen haben gelernt zu überleben und zu funktionieren. Das führt dazu, dass sie häufig relativ unauffällig und symptomlos leben. Sie erklären sich ihre Ruhelosigkeit als Charaktereigenschaft oder verstehen plötzlichen Rückzug als Schüchternheit.

Früher oder später reicht die Lebensenergie nicht mehr aus, die abgespaltenen Gefühle, Bilder oder Körpererinnerungen weiter zu unterdrücken. Emotionen brechen plötzlich unkontrolliert hervor, Erinnerungsbruchstücke drängen ins Bewusstsein oder es treten Angst- oder Panikattacken auf.

Unser Körper hält also eine innere Organisation aufrecht, die einer bedeutend früheren, oft sogar embryonalen Bedrohungs-, Schock- oder Angsstituation entstammt.

Der amerikanische Biologe und Psychologe Peter Levine hat wesentlich zum Verständnis der somatischen Schutzfunktion beigetragen und gezeigt, wie die Physiologie unser psychologisches Erleben erheblich bestimmt.

Johannes B. Schmidt zeigt in seinem Buch ‚Der Köper kennt den Weg’ eindrücklich, wie unser Körperleben unsere Lebensqualität bestimmt- und wie die Verbundenheit mit der inneren Weisheit des Körpers zu neuer Lebensorientierung, Ganzheit und gelungener Selbstregulation führt.

Die körperbasierte Traumalösung entspringt solchen Erkenntnissen und stellt eine schonende, auf Ressourcen aufbauende Therapieform dar.